Besonderheiten bei der Dateiwiederherstellung nach einer Schnellformatierung

Computer-Nutzer und sogar erfahrene Techniker fragen uns manchmal, warum nicht alle Dateien wiederhergestellt werden können, wenn das NTFS-Laufwerk, auf dem sie sich befunden hatten, einer Schnellformatierung unterzogen wurde. Insbesondere kann eine recht große Anzahl von Dateien verlorengehen, wenn eine Schnellformatierung unter dem neuen und beliebten Windows 7 durchgeführt wird.

Beginnen wir mit einigen Hintergrundinformationen. Das NTFS-Dateisystem speichert Informationen über Dateien, die auf die Festplatte geschrieben wurden, in der speziellen Systemdatei $MFT, bei der ein Datensatz 1 KB groß ist. Bei einer Schnellformatierung eines Datenträgers als NTFS-Datenträger unter Windows wird eine leere $MFT-Datei mit folgender Standard-Mindestgröße erstellt: 32 KB für Windows XP*, 64 KB für Windows Vista und 256 KB für Windows 7. Wenn mehr Dateien auf die Festplatte geschrieben werden und die vorhandene $MFT-Datei nicht groß genug ist, erhöht das System die Größe und fragmentiert sie eventuell wie eine normale Datei. Normalerweise sind die $MFT-Dateien auf realen Datenträgern stark fragmentiert und bestehen aus 3-10 Teilen, die sich auf verschiedenen Positionen auf der Festplatte befinden.

Bei der Durchführung einer Schnellformatierung erstellt Windows eine leere $MFT-Datei bei einer festen Adresse und füllt es mit leeren $MFT-Datensätzen. Da die frühere $MFT-Datei sich an derselben festen Position befunden hatte, löscht die schnelle Formatierung auf wirksame Weise sämtliche Einträge zu den Dateien, die darin gespeichert waren. Angesichts der Tatsache, dass die ersten 27 Datensätze für Systemdateien reserviert (entspricht 27 KB) und somit für eine Datenwiederherstellung weniger relevant sind, löscht eine schnelle Formatierung die Informationen über die folgende Anzahl früher gespeicherter Benutzerdateien: 5 für XP* (32 KB minus 27 KB), 37 für Vista (64 KB minus 27 KB), 229 für Windows 7 (256 KB minus 27 KB).

Die Situation wird verschlimmert durch die folgende Tatsache: Wenn eine Festplatte, die unter XP* oder Vista formatiert wurde, an ein Windows 7-System angeschlossen wird, erweitert Windows 7 die $MFT-Datei automatisch auf den Standardwert von 256 KB und zerstört damit Informationen über die ersten 229 zuvor gespeicherten Benutzerdateien, OHNE den Benutzer zu warnen.

Zum Abschluss präsentieren wir Ihnen folgende Tabellen, die die Anzahl der Dateien anzeigen, deren Datensätze bei einer schnellen Formatierung unter verschiedenen Windows-Systemen verlorengehen.

Wiederherstellung wird unter Windows XP durchgeführt

Schnellformatierung unter: Fragmentierung der früheren $MFT-Datei Zuvor formatiert unter:
Windows XP Windows Vista Windows 7
Windows XP Nicht fragmentiert 5 5 5
Fragmentiert
Windows Vista Nicht fragmentiert 37 37 37
Fragmentiert 5-37
Windows 7 Nicht fragmentiert 229 229 229
Fragmentiert 5-229 37-229

Wiederherstellung wird unter Windows Vista durchgeführt

Schnellformatierung unter: Fragmentierung der früheren $MFT-Datei Zuvor formatiert unter:
Windows XP Windows Vista Windows 7
Windows XP Nicht fragmentiert 37 37 37
Fragmentiert 5-37
Windows Vista Nicht fragmentiert 37 37 37
Fragmentiert 5-37
Windows 7 Nicht fragmentiert 229 229 229
Fragmentiert 5-229 37-229

Wiederherstellung wird unter Windows 7 durchgeführt

Schnellformatierung unter: Fragmentierung der früheren $MFT-Datei Zuvor formatiert unter:
Windows XP Windows Vista Windows 7
Windows XP Nicht fragmentiert 229 229 229
Fragmentiert 5-229 37-229
Windows Vista Nicht fragmentiert 229 229 229
Fragmentiert 5-229 37-229
Windows 7 Nicht fragmentiert 229 229 229
Fragmentiert 5-229 37-229

Allerdings bietet R-Studio eine Lösung, mit der Sie auch während einer Schnellformatierung verlorengegangene Dateien finden können - unabhängig davon, unter welchem Windows-Betriebssystem die Arbeit stattfindet. Unser Programm ist in der Lage, diese Dateien zu finden, indem die Festplatte nach Dateisignaturen gescannt wird (Extra Search for Known File Types, Zusätzliche Suche nach bekannten Dateitypen). Die Dateisignaturen der gängigsten Dateien sind bereits in R-Studio enthalten, sodass keine Aktion seitens des Benutzers erforderlich ist. Alle spezifischen, seltenen oder neuen Dateisignaturen, die nicht automatisch aufgenommen wurden, können durch den Benutzer manuell in R-Studio hinzugefügt werden. Dateien, die anhand ihrer Signaturen gefunden wurden, werden im Ordner Extra Found Files (Zusätzlich gefundene Dateien) angezeigt. Vergessen Sie nicht, diese Option unter Scan-Einstellungen zu aktivieren, wenn Sie nach verlorenen Dateien auf einem schnell formatierten NTFS-Datenträger suchen.

* Alles, was für Windows XP gilt, ist auch auf alle früheren Windows-Betriebssysteme anwendbar, die NTFS unterstützen.

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